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Der Dämon und ich - Textauszug 1 - Der schwarze Turm

Der Dämon und ich – Der schwarze Turm

Ich muss auf der Fahrt eingeschlafen sein, denn als ich erwache hat der Wagen bereits gehalten. Es ist Nacht und ich bin merkwürdig verwirrt, anders, als die mir bekannten Psychopharmaka jemals in meinem Geist wüteten; schwach fühle ich mich und irgendwie wie ein Kind. Als Doe mich auffordert auszusteigen, muss ich erst eine Weile darüber nachdenken, wie ich meine Beine bewegen kann, welcher Gedanke für welches Körperteil, wo die Energie für ihr Genese beheimatet ist. Bestimmte Bereiche meines Gehirn scheinen gelähmt, haben sich mit Vergessen und Farben gefüllt und der Dämon schweigt. Ich spüre, dass er fort ist.

Wie ein Puppenspieler komme ich mir vor, ein Puppenspieler, der immer wieder an den falschen Fäden zieht, dessen Marionette aber ohne Regung bleibt. Wühlen zwischen toten Gedanken, dann finde ich eine Erinnerung, stütze mich vorsichtig auf ihr ab und steige mit ruckartigen, abrupten Bewegungen nach draußen. Alles vollzieht sich mit unglaublicher Langsamkeit. Vollkommene Dunkelheit umgibt mich, alles hat seine Farben verloren, fast greifbar schichtet sich das Schwarz um mich herum, doch es findet sich kein Widerstand, wenn ich behutsam mit der Hand durch die Luft streiche. Vor mir erhebt sich ein gewaltiger schwarzer Turm, der von allen Seiten mit grellen Strahlern beleuchtet wird, die sich in ihm kreuzen und bündeln, ihm seine Form geben; ein totaler schwarzer Fleck im Licht der Scheinwerfer, so als wäre ein Stück aus meiner Netzhaut gerissen. „Ein Schatten im Licht", denke ich und kann nicht erklären, warum mir diese Vorstellung Angst macht. Die Fassade ist vollständig mit dunklem Glas verkleidet, dass das Licht in sich hineinzieht, absorbiert und entwertet, es verschluckt. Geräuschlos gleitet ein Metalltor zur Seite, dass außerhalb des Lichtkegels im Verborgenen gelegen hatte.Vorwärts geht es, apathisch starren und marschieren. Der Beton unter unseren Füßen ist seltsam weich, schluckt alle Geräusche, wieder geht es durch ein Tor, dass von einigen Soldaten bewacht wird, die salutierend beiseite treten und uns eine Gasse bilden. Dann haben wir den Lichtkegel erreicht. Auf einmal ist es taghell. Doe ignoriert die Soldaten, sein Blick ist starr nach vorne gerichtet, dorthin, wo der Eingang zu dem schwarzen Turm liegen muss. Immer weiter schiebt er sich uns entgegen und wächst ins Unermessliche, dann bleiben wir vor der glatten Wand stehen und ich streiche bewundernd mit den Fingerkuppen über die kalte Oberfläche. „Doe", sagt Doe zu dem Turm und aus dem Nichts antwortet eine ernsthafte Frauenstimme „legitimiert", worauf ein Stück der Wand beiseite gleitet und so den Blick in einen breiten Korridor ermöglicht.

 

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3.4.08 17:58


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