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Alleine am See

Alleine am See

Alleine am See, mit Stift und Papier,

blicke ich weit hinaus, über die glitzernden Wellen,

erinnere mich, wie ich jung war,

genau hier saß und geangelt habe.


Verträumt blicke ich hinaus, über die glitzernden Wellen,

und mein Auge sucht den Schwimmer,

den ich bereits vor so vielen Jahren,

aus dem Wasser gezogen habe.


Irgendwo muss er doch sein.


Die Sonne blendet meine Augen,

jetzt, wo ich alt bin

und kalt ist mir

geworden, über die Jahre hinweg.


Auch der Boden ist nass,

auf dem ich sitze

und wo dies früher egal

und natürlich war,

ertappe ich mich, wie ich mich dafür schäme,

als alter Mann, alleine, am See zu sitzen.


„Hat dieser alte Mann denn kein Zuhause?",

werden sich die Leute fragen,

die Familien, die den Tag für einen Spaziergang nutzen,

die Jogger, deren Schritte immer wieder,

an meinem Rücken vorbei,

das Ufer umrunden.


„Vieles habe ich erlebt", denke ich,

„doch am liebsten hier gesessen,

alleine am See,

mit Stift und Papier,

um gegen das Vergessen anzuschreiben.


„Einsamkeit", schreibe ich auf einen Zettel

und denke dann,

dass ich mich nicht in mir selbst verlieren darf,

streiche das Wort wieder durch.


„Den Anfang finden", denke ich weiter

und wie so oft,

fällt es mir schwer mich zu konzentrieren.


Enten nähern sich,

im Sturzflug dem Wasser

und gleiten dann,

mit dem verbliebenen Schwung

noch ein Stück über die Oberfläche,

wirbeln den See auf,

der sich schnell beruhigt.


„Einen Stein schleudern", denke ich,

wundere mich,

dass ich es noch nie getan habe,

einen Stein,

so weit wie möglich,

mit aller Kraft die noch da ist

in den See zu werfen,

die Kreise beobachten,

die er zieht, ihnen nachzublicken,

wie sie sich auflösen,

vielleicht nicht einmal sichtbar,

das Ufer unterspülen.


Vorsichtig, nach oben,

der Körper wiegt schwer,

auf der faltigen Hand,

die ein Stück weit,

in den Boden einsinkt;

ich hasse jenes Zittern,

mit dem mein Körper

auf jede Anstrengung antwortet.


Ich ergreife einen Stein,

wiege ihn in meiner Hand,

streiche,

mit runzligen Fingern über

seine glatte Oberfläche.

Ein Kieselstein.


Ein Stück weit

lehne ich mich zurück,

vorsichtig,

um das Gleichgewicht bemüht,

spanne die Muskeln meines rechten Armes an,

atme tief ein,

atme den Wind.


„Flieg kleiner Kiesel,

fliege weit mit meinen Gedanken,

auf das du niemals,

deinen Zenit überschreitest."

 

-------

besucht meinen Blog unter http://myspace.com/autoralexanderschwarz 

3.4.08 18:12
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


zartgewebt / Website (3.4.08 19:55)
Gefällt mir sehr, wie du es verstehst, dich als "junger" Mensch, in einen "alten" hineinzuversetzen.

Obwohl, ab wann ist man alt?

Gruß
zartgewebt

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